Seit knapp sechs Monaten habe ich ein MacBook-Pro und mir ist ein Backup von meinem System sehr wichtig. Die Backup-Festplatte wollte ich nicht auf meinem Schreibtisch stellen sondern schön verstaut im Flur wo auch mein Router und Telefon beheimatet sind. Seitdem ich mein Linux-Desktop durch ein MacBook ersetzt habe, soll mein Schreibtisch aufgeräumter sein. Zudem ist es natürlich ärgerlich für eine Festplatten-Backup Adapter anzuschließen. An einem PC war USB3 der Top Anschluss, was man an einem MacBook vergeblich sucht. Als ich mein Raspberry Pi im Schrank sah, warum ihn nicht nutzen um eine NAS für TimeMachine einzurichten?

Nachteil:

  • Es ist nicht möglich das System direkt von der Festplatte Restaurieren.
  • Das Backup dauert etwas länger als eine angeschlossene Festplatte am MacBook.
  • Backup wird in einem Container geschrieben (backupbundle) das nur von TimeMachine gelesen werden kann. Hierbei wird das Backup in viele kleine Dateien verteilt erstellt.
  • Ein zurückspielen von Dateien aus einem Terminal heraus ist nicht mehr möglich. Hierfür muss TimeMachine verwendet werden.

 

Vorteil:

  • Keine Adapter notwendig da über WLAN.
  • Alle Linux gängige Dateisysteme können genutzt werden, auf Wunsch auch das Apple File System HFS+.
  • Zugriff über Netzwerk auch von anderen Geräten, falls man die Festplatte nicht nur für das Backup vom MacBook nutzt.
  • Kostengünstiger als eine Apple Capulse
  • Keine Ausrede mehr, ich hatte noch keine Zeit für ein Backup ;-)

 

Installation:

Als erstes müsst ihr eueren Raspberry Pi Installieren und Konfigurieren. Ich habe mich für raspbian entschieden. Dies ist ein speziell angepasstes Debian für den Pi. Von http://www.raspbian.org/ besorgt ihr euch das Image das noch auf der SD Karte gespielt werden muss.

Hierfür öffnet ihr das Terminal und wechselt in das Verzeichnis wo das Image liegt.

 

$ cd Downloads

 

Zuerst muss herausgefunden werden, auf welches Device das image geschrieben werden muss. Wenn ihr wie ich aus der Linux-Welt kommt, werdet ihr lsblk oder blkid vermissen. Unter MAC geht das mit disktuil.

 

$  diskutil list

 

Ist das Device gefunden, kann mit dd dass Image auf die SD Karte gespielt werden, hierfür benötigt ihr Root-Zugriff.

 

$ sudo dd bs=1m if=./2019-09-26-raspbian-buster-lite.img of=/dev/disk2 conv=sync

 

Nach der Installation startet ihr euren Raspberry Pi und konfiguriert ihn nach euren Vorlieben. Ich habe keine GUI Installiert und natürlich das Standard-Kennwort durch ein sicheres Kennwort geändert und mein SSH key zur Authentifizierung hinzugefügt.

Damit sich der Raspberry Pi als NAS ausgeben kann (Time Capsule) wird das Programm netatalk benötigt, dies ist schnell mit

 

$ sudo apt-get update

$ sudo apt-get upgrade

$ sudo apt-get install netatalk

 

Installiert.

 

Mount Point für die Festplatte konfigurieren, hierfür muss die file system table (fstab) angepasst werden.

 

$ sudo mkdir /tm

$ echo -e "UUID=$(sudo blkid -o value -s UUID /dev/sda1)\t/tm\text4\tdefaults,noatime,rw,user=pi\t0 0" | sudo tee -a /etc/fstab

$ sudo mount /tm

$ sudo chown pi. /tm

 

Netatalk Konfiguration.

Damit die Festplatte an den MacBook als Capulse erkannt wird, muss netatalk wie folgt Konfiguriert werden /etc/netatalk/afp.conf

 

[TimeMaschine]
path           = /tm
time machine   = yes
valid users    = pi

 

Damit Netatalk die Einstellungen übernimmt, muss dieser einmalig neu gestartet werden.

 

$ service netatalk restart

 

Um jeden Fehler auszuschließen wäre jetzt ein guter Zeitpunkt den Respberry Pi neu zu starten. Überprüfe ob der Dienst netatalk gestartet ist und das die Festplatte automatisch eingebunden ist.

 

$ ps aux | grep netatalk

$ df /tm

$ mount | grep /tm

 

Somit wäre der Raspberry Pi auch schon Konfiguriert. Mac erkennt jedoch die selbst erstellte Capulse erst, nachdem die Funktion Unsupported devices aktiviert.

 

$ defaults write com.apple.systempreferences TMShowUnsupportedNetworkVolumes 1

 

Jetzt sollte im Finder der Raspberry Pi zu sehen sein. Ist noch nichts zu sehen, dann überprüft die Einstellungen vom Finder evtl. muss die Option „Orte -> Bonjour-Computer“  noch eingeschaltet werden.

Jetzt kann die TimeMachine Eingerichtet werden. Ihr solltet den Raspberry Pi unter Volumes in der TimeMachine sehen und kann wie eine gewöhnliche Festplatte hinzugefügt werden.

Weitere Informationen:

http://www.raspberry-pi-geek.de/Magazin/2014/02/Time-Capsule-ersetzen-mit-Netatalk-auf-dem-RasPi

https://www.jannikarndt.de/blog/2018/01/how_to_use_a_raspberry_pi_for_your_time_machine_backups/

 

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